Ich wäre dann jetzt wach!

„2:30 Uhr es ist viel zu heiß im Schlafzimmer, als dass ich schon wirklich erholsamen Schlaf hinter mir hätte. Ich schau auf die Uhr, es nutzt nichts, Tagestiefsttemperatur wird gegen vier erwartet – bleib ich also geduldig und versuche zu schlafen.
3:36 Uhr ich werde von schrillem Gepipse aus dem ersten richtigen Tiefschlaf der Nacht gerissen, ein erster tiefer Atemzug und noch vor der Alarmierungsdurchsage ist klar, dass irgendetwas brennt. Richtig brennt. Die Alarmstichworte bestätigen was ich ahne.

Ich steh nackt im Bad: Brille, Brille ist gut. Unterwäsche – scheiss drauf, geht die von gestern. T-Shirt nehm ich das nächstbeste. Hose, ich brauch eine Hose, wieso liegt hier keine Hose. Ich renne zum Kleiderschrank, auf dem Weg fällt es mir ein, im Bad am Fenster liegt doch die Tagesdiensthose für den Ernstfall. Ich schlupfe in meine Stiefel, renne die Treppe runter, nehme meinen Haustürschlüssel und Geldbeutel. Check alle Taschen, renne wieder nach oben, hole mein Handy, renne nach unten.
Weiter zur Feuerwehrhalle. Über die Straße, links, rechts, ich sehe die Halle, es brennt Licht. Ich renne weiter. Noch einmal links und ich bin da. Ich renne zu meinem Schrank, Jacke, Helm, Gurt, Atemschutzhose, gehe zum Tanklöschfahrzeug. Löschfahrzeug und Drehleiter sind schon unterwegs. Ich steige ein, schau aufs Handy, die ersten Nachrichten, dass es ein echtes, ein richtiges. ein großes Feuer ist. Das Auto ist vollzählig mit jungen Hüpfern und alten Hasen. Wir sortieren uns, fahren aus der Halle, einmal links, einmal rechts, da ist es ein riesiges Industriegebäude, 30m hoch, in Flammen. Ich ziehe meine Stiefel aus, schlüpfe in meine Atemschutzkleidung. Ruhig aber zügig aggieren die alle. Auf dem Funk laufen Alarmierungen, eine nach der anderen.

Ich rüste mich mit dem Langzeitatmer der Drehleiter aus und steige mit mehreren Tetrapacks Wasser in den Hosen- und Jackentaschen in den Korb, die Leiter bewegt sich, komplett ausgefahren, steil aufgestellt, bin ich zumindest auf Höhe der Traufkante. Aus dem Wenderohr schießen 2000 Liter in der Minute.

Ich bin endlich richtig wach. Habe hunger. Ein Klo wäre okay. Mit Glück steh ich im Sonnenaufgang immer noch hier oben. Pech ist, dass mein Handy nur miserable Bilder macht.“

Acht Stunden später, ich sitze im Büro. Geduscht, hungrig, mit müden Knochen und Muskeln. Ich schwöre nie wieder auch nur eine Treppenstufe zu steigen. Einen Wenderohreinsatz (nicht angeschlossen aber eben doch mit 25kg Atemschutz-Ausrüstung) und ein Eis aus der Tankstelle gegenüber, später, rüstete ich mich erneut aus, und wartete mit anderen auf einen neuen Einsatzbefehl. Das Gewicht, die Hitze und die warmen Klamotten schaffen mich, das bisschen Hunger wird zum ausgewachsenen Unterzucker. Aus Verantwortung mir und meiner Trupppartnerin gegenüber legte ich die Ausrüstung ab. Versprach aber noch zwei Atemluftflaschen aus Stahl 30 Meter aufs Dach zu bringen. Mit Ausrüstung die wieder nach unten kann, ging ich die Fluchttreppe an der Fassade wieder nach unten. Kramte ein zermatschtes Milka Tender aus der Hose, trank noch einen Liter. Und fand auch endlich ein Klos.
Mit etwas im Magen und dem Sonnenaufgang, war auch die gute Laune wieder da. Irgendwer verteilt Kaffee.

„Wieder fit rüste ich mich erneut aus, als 3-Mann-Trupp wieder nach oben. Entgegenkommende, völlig erschlagene Kameraden warnen, Löschwasser verdampft, unfassbare Hitze, ein Stahlträger der bereits 40cm durchhängt in sicherer Entfernung. Wir kontrollieren uns ein drittes Mal gegenseitig ob auch wirklich alle Haut mit Schutzkleidung bedeckt ist, wir schließen unsere Geräte an, erklimmen die letzte Leiter. Ich bin froh dass wir ein gutes Dreigestirn sind, alle erfahren, alle ruhig, alle besonnen. Wir gehen nach vorne, sehen die glühende Masse in der Wanne vor uns, den genannten Stahlträger, fluten, wie auch schon einige Trupps vor uns und noch einige nach uns, den Raum. Es ist unfassbar heiß, Löschwasser aus der Decke durchtränkt unsere Kleidung, wir stehen 20cm tief in der Brühe. Nach 20 Minuten kommt unsere ablöse, die Flaschen wären noch lange nicht leer, aber wir. Langsam gehen wir nach unten. Ich lege die Ausrüstung ab, ziehe meine klatschnassen Klamotten aus. Schnappe mir eine Cola, stürze mich aufs Buffet des Roten Kreuzes, setze mich in die Sonne.
Angestellte der Firma tragen Kaffeekannen herüber, bauen Pavillons auf für die Pausierenden. Dem Maschinisten des Hilfeleistungslöschfahrzeugs, dem die Sonne voll auf den Schädel knallt, bekommt einen Sonnenschirm. Frische, warme Salzstangen werden aus der Kantine gebracht.
Dankbarkeit von beiden Seiten, gegenüber weil wir löschen, hier wegen Kaffee und Salzstangen, Schatten und vorallem einem Klo.
Ich schau auf die Uhr, muss spätestens in 40 Minuten auf der Arbeit sein, die Probezeit sitzt mir im Nacken. Organisiere meine Rückfahrt, hetze nach Hause, dusche, bin pünktlich zu meiner Besprechung im Büro. Mit einer Stunde tiefem Schlaf und schon wieder Hunger.
Der Chef ist stolz auf mich. Eine Kollegin schaut missbilligend auf die Uhr, ob der Betrieb nicht auch ohne mich gebrannt hätte. Ja hätte er, tut er jetzt gerade auch noch weiter und wenn ich hier um halb drei meinen zweiten Termin auch erledigt habe, werde ich nicht über Los gehen, keine 4000DM einziehen, sondern meine Kollegen anrufen, wie es aussieht und mit Etuikleid und Aktentasche ins Feuerwehrhaus fahren, für eine weitere Runde Materialschlacht.

Jetzt nehm ich aber doch wieder das Treppenhaus. Zum Dönertypen gegenüber.

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Tschüss Klinik!

Nun da die letzten Tage in der Klinik angezählt sind und damit auch die letzten Tage im Zug, nutze ich die Zeit alleine im Zug wie ich sie am liebsten nutze. Aus dem Fenster schauend, die Landschaft vorbei rauschend und denkend.

Neun Jahre sind vorüber. Neun Jahre in denen ich viel lernte, über Menschen, das Leben, Medizin und dieses Gesundheitssystem. Über das System werde ich noch berichten, für Medizin gibt es Bücher und Leitlinien, das Leben muss man erfahren und die Menschen?! Die lernte ich kennen, manche mehr, manche weniger. Manche nur in grauer Erinnerung, andere Menschen und ihre Geschichten vergisst man nie.

Wo fängt man an, wo hört man auf. Meine erste Arbeitswoche damals, begann mit einer Reanimation einer jungen Frau mitten in unserer Ambulanz. Damals noch mit etwas Erfahrung, frisch aus dem Rettungsdienst für mich nichts Neues, ging es nicht ganz so aufregend weiter, aber nicht weniger tragisch. Sind es im Rettungsdienst nur Momentaufnahmen eines Lebens, merkt man rasch, dass in der Onkologie die Zeitrechnung eine andere ist. Man begleitet Menschen lange, durch die einschneidenste Zeit ihres Lebens, in einem Uniklinikum viele auch bis zum Ende, darüber, dass wir oft die letzte Option sind, schrieb ich bereits an anderer Stelle.

Viele Patienten aus meiner Anfangszeit leben nicht mehr oder sind so fit und geheilt, dass sie einfach nicht mehr zur Nachsorge kommen müssen. Zum ersten Mal bewusst, dass wir hier mit dem Rücken an der Wand stehen, wurde mir bei Carina. Ich sehe sie heute noch da sitzen, im Gang der Ambulanz, weinend, die Hand ihres Mannes halten. Die Leukämie ist wieder da, alle Therapie hat nicht geholfen, einzige Option eine Stammzelltransplantation. Dass diese auch nicht helfen wird, erfahre ich Monate später, als ich selbst meine Arbeit auf der Transplantationseinheit beginne und Carina dort tragisch kurz vor der, dann bereits zweiten Transplantation, an ihrer Leukämie verstirbt.

Auf meinem manchmal holprigen Weg durch die Klinik und dem großen Zwischenziel Transplantzentrum, dass eigentlich nie auf dem „Fahrplan“ stand, durfte ich viel lernen: Wo man beim spiegeln einer GI-Blutung besser nicht steht, welcher Aufwand notwendig ist bis jemand an der ECMO im CT liegt, dass man sich vor einer Broncho das CT wirklich nochmal anschauen sollte (oder zumindest der, der es am Ende macht), dass das CRP auf das man wartet, nur eins von 5000 am Tag im Labor ist, dass man Blasten solange zählt, bis man es kann und dass es für den Halofixateur eine Anleitung gibt! Und letzteres war während meiner Rotation durchs Uniklinikum definitiv ein Highlight, 3 Monate chirurgische Notaufnahme standen auf dem Plan. Es war werktags und bereits dunkel, eine nette ältere Dame, keine 1,50 groß schlurfte in die Notaufnahme. Sie sei am Vorabend gestürzt und hätte nun schreckliche Nackenschmerzen, die sie nur schwerlich noch eine Nacht aushalten würde. 30 Minuten später, völlig fasziniert auf die Röntgenbilder blickend, glaubten wir jedes Wort und so fanden sich eine Krankenschwester, ein erfahrener Assistenzarzt, ich und ein Oberarzt mit Gebrauchsanweisung in der Hand im Gipsraum wieder. Nach dem Dienst hatte die Dame für länger ein Zimmer gebucht und wir das Wissen wie die Sache mit dem Halofixateur funktioniert.

Wieder zurück in der Onkologie, erinnere ich mich an Florian, der auf dem Weg zwischen Kreiskrankenhaus und uns bei Erstdiagnosen Sarkom abhanden kam und letztlich von der Polizei in der Sonne sitzend über das Leben und den Tod sinnierend aufgegriffen wurde. An Anna deren Katze ihr den Arm brach oder wohl er die Katze dem Sarkom ungelegen kam und die auch heute nach Jahren immer noch für jeden Tag Leben tapfer kämpft. Auch Jule lernte ich hier kennen. Was ich hier noch lernte, dass man nur dieses eine Leben hat und man nichts tun sollte, was einem auf allen Ebenen widerstrebt. Und so kam der Tag als ich bei meinem damaligen Oberarzt saß und ihm mitteilte dass der Moment gekommen sei, zu kündigen. Der Plan sah vor, dass ich wieder in die Ambulanz zurück sollte, dahin wo meine Reise zwei Jahre zuvor begann. Unüberwindbare Differenzen mit der pflegerischen Leitung, die bis heute mehr oder minder vorliegen, veranlassten mich zu diesem Schritt. So getroffen wie ich war, ob der erneuten gezwungenen Zusammenarbeit, waren andere ob meines Wunsches mach Beendigung des Vertrags. Und so kam ich, aus heutiger Sicht zur Chance meines Lebens, einem Plätzchen auf der Transplantationsstation. Damals klein, fein und vor allem alt. Mit einem Oberarzt dem ich vieles wenn nicht sogar das meiste oder gar alles meines weiteren Weges in der Klinik verdanke. In einem kleinen Team aus verrückten, unterschiedlichsten, aber meist lieben Menschen, fand ich ein „Zuhause“, Freunde und ein Stück weit auch Familienersatz. Wir zogen um und aus der kleinen Abteilung im vorletzten Eck des Altbaus wurde eine relativ große Transplanteinheit am letzten Eck des Neubaus. Es kamen und gingen viele Patienten, meine Aufgaben wurden mehr und mit Zunahme des Kostendrucks wichtiger und verantwortungsvoller. Wie oft hat mein Oberarzt, neben dem ich Jahre lang jeden Tag saß, mich gefordert aber vorallem gefördert. Ich begann nochmals die Schulbank/die Vorlesungsbank zu drücken und nach eineinhalb Jahren mit mehr Schreibtisch in der Direktionsetage als Station im Untergeschoss und mit viel Betriebswirtschaft und weniger Patienten verlass ich nun dieses Haus: Mein (berufliches) Zuhause der letzten neun Jahre.

Im Moment überwiegt noch das lachende Auge, volle Vorfreude auf neue Aufgaben bei einer NGO hier in der Stadt, ohne dieses lästige Bahnpendeln. Wenn ich allerdings in 14 Tagen zum letzten mal mit einem Sekt in der Klinik stehe und mit Allen anstoße, werden hoffentlich nicht nur meine Augen einige (viele) Tränen verdrücken.

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Tschüss Klinik!

Hallo Kroatien!

März! Und wir haben uns auf ein Ziel für den Sommerurlaub einigen können. Wollte das Küken ans Meer zum surfen und der Mann ans Meer in die Sonne, wollte ich eigentich am liebsten auf die Kanalinseln oder an die Jurassic Coast in Südengland.
Da aber keine Partei sich von einem der anderen Ziele überzeugen lies, warf ich Opatja in den Raum. Als kleine Stadt zwischen Meer und Bergen in der Kvarner Bucht gelegen und von der Architektur der Donaumonarchie geprägt. 1988 und 1989 verbrachte ich hier wunderschöne Urlaube mit der ganzen Familie, Eltern, Tanten, Onkels und Cousins. Nicht, dass ich mich erinnern könnte aber den Fotos zu folge müssen es tolle Wochen gewesen sein. Und jetzt, 30 Jahre und einen Krieg später wäre es schon spannend zu sehen, was von den Urlaubsbildern übrig blieb.

Wir begaben uns also auf die Suche nach einem schönen Fleckchen Erde für unseren Urlaub. Dieses Jahr wollen wir mit Zelt reisen, wieso und weshalb hatte ich ja an anderer Stelle bereits erläutert. Opatija selbst ist offensichtlich kein Camping-Mekka, die Kvarner Bucht Richtung Süden jedoch umso mehr. Allerdings möchten wir aus unterschiedlichsten Gründen auf keine der Inseln und die Campingplätze dort gibt es offensichtlich nur in Größe „Großstadt“, allerdings ist dies wohl nicht nur dort so, sondern auch in Istrien, wohin wir unsere Suche, auch aufgrund der kulturellen Möglichkeiten verlegten. Als selbst das Küken mit ihren 10 Jahren Zweifel äußerte, ob man sich mit so vielen Menschen auf einem Platz überhaupt „in Ruhe“ erholen könnte, verabschiedete ich mich innerlich schon vom Urlaub mit Kindheitserinnerungen.
Ich opferte unendliche Zeit in Suchmaschinen, nichts zu finden. Als letzte Chance auf einen netten Platz für unser Zelt reiste ich mit Google-Maps die Küste entlang, und da stieß er mir ins Auge. Noch nirgends etwas über diesen Platz gefunden, keine Homepage aber eine Facebook-Seite mit guten Bewertungen und er hat alles was wir wollen. Nämlich quasi nichts!

Er liegt 100m vom Meer, hat lediglich 30 Stellplätze, einen kleinen Kiosk und einen famosen Blick auf den Sonnenuntergang. Waschräume, Strom und Wasser und mehr nicht. Keine Wasserlandschaft, kein Restaurant, keinen Strand, keine peinlichen Armbändchen für „Member“, keine Sauna, keine Minigolfanlage, keine Animation. Einfach nur Urlaub! Nach einem sehr freundlichen Kontakt mit den Besitzern Natasa und Zoran haben wir nun hier reserviert: Val Vidal
Wir sind unglaublich gespannt und voller Vorfreude. Die Packliste wächst, die Einkaufsliste wird länger und die Vorfreude ist jetzt schon fast nicht mehr auszuhalten:
Hallo Kroatien!

Sommerhaus im Februar

Nach der Euphorie und Motivation im Januar hat uns die Realität und vorallem das Wetter eingeholt. Erst Schnee über Schnee, dann Grippe in der ganzen Familie und nun zweistellige Minusgrade.

Der Plan steht auch weiterhin, viele Punkte konnten wir im Februar aber nicht abarbeiten:
– 100kg Müll wurden ins Heizkraftwerk gebracht
– der Sperrmüll wurde pünktlich zum Monatswechsel heute morgen noch abgeholt
Außerdem haben wir einen Kompost im vorderen Bereich abgebaut und hinter der Laube wieder aufgebaut und auch gleich mit den Resten des Rindenmulchs vom Weg aufgefüllt. Der Weg ist auch noch ein Projekt auf dem dieses Jahr unser Fokus liegt.

Nun steht für März auf jedenfall ein Pflanzplan auf der Do-It Liste, sobald der Boden zumindest oberflächlich getaut ist, werde ich den Weg fertig machen und dann bräuchten die Apfelbäume noch ein paar Schnitte, aber dafür ist es aktuell noch zu kalt. Und dann wird aber auch wirklich spätestens im Osterurlaub die Laube von ihrer Innenverkleidung befreit.

Wir haben uns bereits einen Überblick verschafft, das Ständerwerk der Laube ist in Ordnung und wir haben keine Dämmung dazwischen, was die Sanierung zumindest in Sache Müll vereinfacht. Nachdem nun auf unserem überdachten Sitzplatz nach entfernen des Sperrmülls wieder Platz ist, werden wir die restlichen Möbel für den Zeitraum der Sanierung dort unterbringen.
Auch die Decke lässt sich wohl relativ einfach entfernen, jedoch nur mit Ganzkörperanzug und gutem Mundschutz, denn Milliarden von Insektenleichen rieselten bereits bei unseren „Probelöchern“ in den Innenraum.
Wie wir die Decke am Ende gestalten wissen wir noch nicht, eigentlich würden wir die Decke nur ungern wieder abhängen, sondern bis in den Giebel offen lassen um etwas Raum zu gewinnen. Die Wände werden mit lasierten Profilbrettern verkleidet und dann noch die Fenster und die Tür neu lackieren!
Klingt jetzt ziemlich einfach, aber ich hoffe, dass wir bis Juni fertig sind. Da möchte ich dann eigentlich meinen Abschied mit den jetzigen Arbeitskollegen im Garten feiern – es bleibt also spannend.

1. Zelt, 2. Schlafsäcke, 3. …

Mit dem Zelt in die weite Welt aber was muss mit?! Ist das Wohnmobil das ganze Jahr ausgestattet und jederzeit abreisebereit, nutzen wir unser Auto ja im Alltag und es muss jedesmal neu gepackt werden. Also stellt sich auch bei jeder Reise aufs Neue die Frage, ob denn auch alles dabei ist.
Wir lieben die Freiheit im Zelt, aber die Logistik ist etwas tricky. Zu zweit geht es noch, aber mit Nachwuchs wird es im Silberpfeil schon wirklich eng. Um überhaupt alles unter zu bekommen haben wir uns ja bereits für eine Dachbox entschieden über die ich hier ja auch schon ein paar Wörter verloren habe.

Zunächst haben wir unser Zelt einmal im Garten Probe-aufgebaut um uns auf dem Campingplatz nicht vollständig zu blamieren. Und generell empfiehlt es sich die ersten male in der Zivilisation zu zelten, das vereinfacht einiges, wenn man unterwegs merkt, dass doch etwas unverzichtbares fehlt. Aufgrund des Platzproblems gilt außerdem: Nur das mitnehmen, was man wirklich braucht. Und unsere Packliste wächst mit jedem Trip und jeder Urlaubsplanung etwas an und dünnt sich an anderer Stelle wieder aus.

Zunächst schafften wir uns eine Küchenkiste an, um zumindest hier alles beieinander zu haben. Wir haben nur trockene Sachen in der Box und auch nur Dinge die nicht verderben können, also die ganze Saison in der Kiste im Keller bleiben können.
Wir haben uns für eine Stapelbox mit Deckel von Obi entschieden. Das Modell Cadiz Pro in XL mit einem Tray für Kleinkram. Um den Deckel dicht gegen Ameisen zu bekommen hab ich ein Schaumstoff-Fensterdichtungsband eingeklebt, damit schließt sie Optimal und es kann nichts rein krabbeln.

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Der Inhalt des Trays:
– Besteck
– scharfes Messer
– Schere
– Korkenzieher
– Schöpflöffel
– Feuerzeug
– Pfannenheber
– Kochlöffel
– Dosenöffner
– Flaschenöffner
– Expander-Wäscheleine
– Seil für Wäsche oder Hängematte oder oder oder…
– Taschenlampe
– Grablicht (langeBrenndauer)
– Stofftasche für alles mögliche
– Müllbeutel
– Spülschwamm
– Spülmittel
– Feuchte Tücher
– Spüli
– Wischtücher zum abtrocknen

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– Geschirr, Tassen und Gläser für alle
– Faltbares Nudelsieb
– Kaffeefilter
– Schneidbrett
– Schüssel
– Emaille-Milchkännchen zum Wasser kochen
– Isokanne
– Wasserkanister
– Kiste mit Gewürzen, Essig, Öl, Zucker, Kaffee, Salz, Kaffeefilter
– Küchenrolle

Lediglich die große faltbare Spülschüssel ist für die Kiste zu groß und in der allgemeinen Campingkiste. Wer sich nun wundert wo die Töpfe sind – wir sind große Fans des One Pot Cookings auf dem Party Grill 400 CV (hat den Vorteil, dass man kochen, aufbacken und grillen in Einem kann)

Außerdem gibt es noch die allgemeine Campingkiste. Diese hab ich euch in Lagen fotografiert, damit ihr sehen könnt, was sich alles darin versteckt:

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– Grablichter
– Schaufel & Besen
– Stirnlampgen
– Hammer
– Kombizange
– Kabelbinder
– Klopapier (normal + feucht)
– Panzertape
– Mehrfachstecker für draußen
– CEE-Adapter

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– 30m Stromkabel für draußen
– große Picknickdecke genutzt als Teppich im Zeltvorraum

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– Spülschüssel
– Hausapotheke inkl. Sonnenschutz
– kleine Kühltasche
– Kniffelbecher
und für uns unverzichtbar, wenn für die Meisten auch Überflüssig, ein Lenkdrache

Zu den allgemeinen Dingen kommen natürlich noch die Wichtigsten überhaupt:
– Zelt (in unserem Fall ein Vespucci 4 von Coleman
– Aufblasbare Isomatten
– Schlafsäcke
– Campingstühle
– Campingtisch
– Camping-Küchenschrank zum Zusammenstecken
– Kühlbox (aus dem Dometic Werksverkauf 12/230 Volt)
– Fußabstreifer

Außerdem noch:
– Strandtasche mit allem was man so braucht
– Spielsachen (Speedminton, Frisbee, Klettspiel, etc.)

Die Waschsachen packen wir separat, jeder was er eben so braucht.

Und nun die Frage wie gepackt wird:
Stühle, Matten, Schlafsäcke, Zeltgestänge und etwas Kleinkram kommen in die Dachbox.
Klamotten, Waschsachen, Spielsachen ins Ersatzradfach.
Der Tisch unten in den Kofferraum, links die zwei Kisten, rechts die Zeltplanen und darauf die Schwimmtasche und oben drauf dann der Steckschrank und alles mit dem Expandernetz festgemacht.
Die Kühlbox wird im Fußraum verstaut und an den Zigarettenanzünder angeschlossen.
Und für den Grill findet sich immer irgendwo ein Platz.

Lebensmittel kaufen wir immer erst vor Ort und die Sachen für die Fahrt kommen in die Kühlbox.

Hallo Sommerhaus!

Wir renovieren unser Sommerhaus. Unser Landhaus. Unser Feriendomizil. Das Zweithaus. Bevor nun alle denken es sei der Wohlstand ausgebrochen: alle anderen nennen es schäbige Gartenlaube.

Trotz Wohnmobil und Zelt kommen wir einfach viel zu selten raus, weil die ganze Familie kein wirkliches Talent hat, Wochenenden wirklich frei zu halten. Seit nun fast vier Jahren besitzen wir jedoch einen Schrebergarten, mit dem Rad 10 Minuten entfernt von unserem zu Hause. Ganz hübsch gelegen, am Rande einer kleinen Kolonie direkt am Waldrand. Der Garten hat 250 Quardatmeter und wird auch dieses Jahr wieder all unser Gemüse und ein wenig Obst in den Sommermonaten liefern. In diesem Garten steht also unser Sommerhaus, man ahnt, Sommerhaus ist wohl etwas übertrieben.
12,87 Quadratmeter, rechteckiger Grundriss. Eine Tür, zwei Fenster, zwei Meter Deckenhöhe – ein Loch! Aber ich hab diesen Traum, vom erholsamen Rückzugsort für ein oder zwei Nächte im Monat, wenn es das Wetter erlaubt.

Als ich den Garten 2014 übernommen hatte, machte man mit Betreten der Laube eine Zeitreise in vergangene Jahrzehnte, Eiche-rustikal Essecke, Tapeten aus den 70ern und Küchenmöbel aus den 50ern. Es roch muffig, der Boden war aus zig PVC-Reststücken zusammen geflickt und in den Wänden steckten unzählige Nägel und Schrauben. Wir rissen die Tapeten ab, spachtelten Löcher und entsorgten Säckeweise unnötigen Kram aus, auf und hinter Schränken. Wir strichen neu, verlegten neuen PVC und stellten fest: es wird nicht schöner! Und so sieht es nun aus, weiße Wände, weiße Decke, immer noch Löcher in den Wänden runtergekommene Möbel und ein Boden, den ich so nie hätte kaufen dürfen…

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Nachdem ich Pinterest und vorallem Instagram für mich entdeckt habe, wurde viel gestöbert und recherchiert. Ich habe unzählige Ideen gesammelt und Blogs gelesen und in mir reifte der Plan nach Veränderung. Nach dem Esstischbau im Dezember und dem damit neu entdeckten handwerklichen Talent erscheint diese Idee des Projekts „Alles neu in der Laube“ zumindest nicht mehr ganz so unmöglich wie noch vor ein paar Wochen. Und so gab es nun zumindest mal einen Plan!
Die Möbel sind leer geräumt, der Sperrmüll auf einem Berg vor der Laube und die Möbel die verschenkt wurden, warten auf ihre neuen Besitzer, die am Wochenende hoffentlich für mehr Platz in der Laube sorgen werden. Der Wetterbericht spricht für das kommende Wochenende nicht für uns, aber bei Minusgraden macht die Arbeit in der Laube, ohne Isolierung einfach auch keinen Spass. Also bleibt solange nur abwarten und Tee trinken. Damit ihr aber schon mal einen Eindruck habt, gibts noch ein paar Vorher-Fotos!

 

Warum ein Segelschein auch im Binnenland sinnvoll sein kann

„Wir fahren um sieben los“, dieser Satz tönt fast an jedem Urlaubsvorabend durch unser Haus und um kurz nach acht Uhr am nächsten Morgen, wenn die Türen des Autos zufallen und der Motor läuft, lachen wir herzlich darüber!

Das Auto ist diesmal unglaublich aufgeräumt für einen Skiurlaub, die Dachbox hat sich schon gelohnt noch bevor wir überhaupt los gefahren sind. Wir starten bei grauem Himmel in Richtung Berge und mit jedem Kilometer wird der Himmel düsterer, der Regen mehr, der Wind stärker und die Verkehrsnachrichten gruseliger. Pünktlich zum Skiurlaub hat Burglinde, der hoch sympathische Januar-Orkan das Land erreicht. Bereits bei Nürnberg geht der Blick eigentlich ununterbrochen gen Dachbox und die Frage ob wir wohl mit Box und Ski in Südbayern ankommen ist allgegenwärtig. Hinter Ingolstadt beginnt der Wahnsinn, und unser knapp 2 Tonnen Schiff weht es von einer Spur auf die andere und zurück. Wie man inzwischen nun sagen kann, auch Autofahren kann Muskelkater zur Folge haben. In den Handgelenken. Die Fahrt war ein Abenteuer, auf einer deutschen Autobahn sich fühlen, als säße man in einer Nussschale in der Magellanstraße mit all ihrem komplizierten Wetter.

Nachdem nun auch die ersten Bergbahnen den Betrieb einstellten, war schnell klar, dass sich die frühe Abfahrt zu Gunsten eines Anreisetags auf Skiern, auch nicht rentiert hat. Aber bei all dem Wind und Regen hätten wir hier definitiv weniger Spass gehabt, als bei unserem absolut spannenden Besuch des „Haus der Berge“, wie das Nationalparkzentrum Berchtesgaden heißt. Die Ausstellung zur „Vertikalen Wildnis“ der Alpen war spannend und durch die narrative Ausstellungsarchitektur für Kinder, wie Erwachsene zu gleich sehr kurzweilig.

Im Hotel, alias Feuerwehrerholungsheim Bayerisch Gmain, erwartete uns am späten Nachmittag schon das Schwimmbad und die Sauna, welche auch die folgenden Skitage zu einem entspannten Ausklang brachte. Und es wartete bereits eine Familie die wir hier vor einem Jahr bereits kennen gelernt hatten auf uns. In der Sauna trafen wir zufällig noch ein Pärchen vom letzten Jahr und so waren auch die amüsenten Abende an der Bar wieder gesichert.

Für den Pistenspaß haben wir uns, wie bereits die letzten beiden Male wieder das Skigebiet in Lofer ausgesucht. In 20 Minuten Entfernung erwartet hier gerade Familie ein perfektes Areal, viele blaue Pisten, übersichtlich trotz über 30 Pistenkilometer und bezahlbare Skipässe und Hütten. Wir bevorzugen hier seit dem letzten Urlaub die Kechtalm, unterhalb des Schwarzeck, etwas am Rande des Skigebiets hat man hier ein unglaubliches Panorama auf die umliegende Bergwelt, freundlichen Service und gute Qualität zu ordentlichen Preisen.

Da wir dieses Jahr nur drei Nächte gebucht hatten, ging der Urlaub wieder viel zu schnell zu Ende. Da wir aber im Herbst bereits den Campingplatz Grubhof bei Lofer für uns entdeckt haben und die Gemeinde ein kostenloses Skibusnetz hat, werden wir sicherlich wieder hier her kommen und dann auch mal mutig, die Sache mit dem Wintercamping ausprobieren.

Kannten wir vor einem Jahr dieses Fleckchen Erde zwischen Lofer und Bayerisch Gmain so überhaupt nicht, fühlt sich Urlaub hier inzwischen an, wie nach Hause kommen.

„Du bist also bei der Feuerwehr…“

Diesen Satz hab ich in den letzten 19 Jahren unzählige male gehört. Gleich danach kommt dann die Frage: „Und was macht man da so?“ und beides mit dem gewissen Blick aus Skepsis und Verachtung, selten mit Bewunderung.

Während die meisten sagen, sie wollten schon immer zur Feuerwehr, fiel die Entscheidung bei mir etwas pragmatischer. Es gab einen Tischtennisverein und eine Jugendfeuerwehr bei uns im Dorf, da ich aber für ersteres zu blind war, blieb nur zweiteres übrig und inzwischen bin ich froh ein Teil dieser Institution zu sein. Vor 19 Jahren, gerade der Dorf-Feuerwehr mit Anhänger für den Traktor beigetreten, hätte ich nicht ganz erwartet mal in einer Feuerwehr mit knapp 400 Aktiven zu sein, mehr Einsätzen im Jahr als in der Dorffeuerwehr im ganzen Leben und mit fast so vielen Fahrzeugen wie Dorfeinwohnern. Zugegeben, der letzten Punkt ist übertrieben, aber bei über 40 Fahrzeugen kann man den überblickt auch durchaus mal verlieren.

Nach einer unglaublich lehrreichen Zeit in den Jugendgruppen zwei grundverschiedener Feuerwehren, in denen ich viel feuerwehr-spezifisches aber vor allem auch viel über Werte erlernte, lag es nahe auch weiter diesem Hobby nachzugehen.

Seit zehn Jahren bin ich nun hier in dieser Stadt bei der Feuerwehr. Zunächst in einer anderen Gruppe, wechselte ich vor nun zwei Jahren umzugsbedingt in meine jetzige: 50 aktive Kameraden, 5 Fahrzeuge. Ich mag die Kameradschaft, das unentwegte Lernen, manchmal auch das Adrenalin, die körperliche Anstrengung, aber auch den Smalltalk nach einer Übung, das Schweigen im Fahrzeug auf Einsatzfahrten, das Gelächter nach der dritten Fehlalarmierung am Tag. Ich mag den Zusammenhalt, der unterschiedlichsten Charaktere. Das man sich laut Streiten kann und 30 Sekunden später wieder ein unschlagbares Team sein kann. Ich mag es, wenn nur die Küche und nicht das ganze Haus abgerannt ist, ich mag es wenn die Katze vom Dach ist, und der Rettungsdienst Unfallopfer kompetent versorgen kann, weil die Feuerwehr sie befreit hat. Ich mag es fix und alle aus dem Atemschutzeinsatz zu kommen, und kleinen Kindern von meinem Hobby zu erzählen und dabei die leuchtenden Augen zu beobachten.

Ich mag es nicht, wenn man sich über Feuerwehren lustig macht, wenn man schlecht über ihre Arbeit redet. Ich mag es nicht, wenn ich morgens um drei, Stunden lang auf einen Staatsanwalt warten muss. Wenn man Türen öffnet und niemand mehr „Hallo“ ruft. Ich mag es nicht, wenn man das Auto als solches, nach dem Unfall nicht mehr erkennt. Wenn die Bewohner verzweifelt vor ihrem brennenden Haus stehen, mag ich das auch nicht. Ich mag nicht, wenn der Melder geht und man zum Einsatz muss, wenn die ganze Familie beim Essen sitzt. Und wenn man sich über „diesen Verein“ lustig macht, mag ich das auch nicht.

Ich bin gerne Feuerwehrkamerad und mach meine Arbeit wie jeder andere auch. Und ich muss mich nicht über tolle Bilder oder Heldengeschichten profilieren. Bei einer Brandleiche gibts es auch keine Heldengeschichte. Bei einem schwerst Verletzten Unfallopfer auch nicht. Bei einer Türöffnung nach Suizid sowieso nicht. Beim Arm aus der Knetmaschine befreien auch nicht wirklich.
Aber ja vielleicht beim, vom brennenden Balkon, geretteten Kaninchen am letzten Ostersamstag.

Zeltpremiere im Oktober

Irgendwie stand mir die letzten Wochen und Monate nicht nach schreiben, daher gibts auch erst jetzt im Januar-Grau den Bericht über unseren ersten Zelturlaub. Aber bei diesem Grau in Grau Wetter, erfeut man sich an den wunderbaren Bildern des goldenen Herbsts gleich noch mehr.

Es ist der 13. Oktober, wir sind gerade sechs Wochen von unserem Wohnmobilurlaub auf Elba zurück. Der Wetterbericht hat erbarmen mit uns und gönnt uns eine Zelturlaubpremiere noch in 2017. Die Packliste ist unendlich und wir fragen uns, ob die Rechnung mit dem Zelturlaub überhaupt aufgeht. Fakt ist, mit Kindern wirds eng im Auto! Sicherlich ist dies auch der Angst vor den Kalten Nächten geschuldet, schließlich nutzen die wärmsten 20Grad am Mittag nichts, wenn Nachts uns 3 Grad in die wärmsten Schlafsäcke die wir besitzen zwingen und sechs extra Decken auf der Rücksitzbank auf ihren Einsatz warten.

Wir haben uns den Campingplatz Grubholz ausgesucht, in einer Region die wir bis dahin nur verschneit im tiefsten Winter kennen gelernt haben. Wir sind in weniger als 4 Stunden Fahrt in Lofer und haben auf der Zeltwiese freie Wahl, haben sich doch außer uns nur noch zwei Zeltbesitzer hier her verirrt.
In ungefähr einer Stunde sind wir komplett eingerichtet. Das Zelt steht, die Schlafkabine ist eingeräumt, die Picknickdecke als Teppichersatz im Vorraum ausgebreitet und die Küchenecke eingeräumt. Da uns noch einiges an Ausstattung fehlte und wir den Kauf nicht überstürzen wollten und ich für mein Gewissen erst tagelang recherchieren muss, haben wir uns eine Elektrokochplatte bei den Eltern geliehen und vorsichtshalber noch den Heizlüfter eingepackt, bevor wir am nächsten Morgen erfroren im Zelt gefunden werden. Schnell haben wir festgestellt, dass wir einen Küchenschrank benötigen, dieser ist in der Zwischenzeit auch schon eingezogen und wartet im Keller auf seinen ersten Einsatz! Mit allem anderen waren wir sehr gut aufgestellt, es hat nichts gefehlt und es war auch nichts was zu viel eingepackt war.

Nun, da wir so schnell in Lofer waren und noch schneller unser Basecamp stand, stellte sich die Frage was mit dem Wochenende anfangen. Wir entschlossen uns am Nachmittag die Vorderkaserklamm zu besuchen und lösten gleich ein Kombiticket namens „Saalachtaler Naturgewalten“ und nutzten dieses dann am Samstag noch für die Seisenbergklamm und die Lamprechtshöhle. Für 12€ pro Erwachsenem eine lohnende Investition. Auf dem Weg zur Vorderkaserklamm kamen wir am Naturbadegebiet entlang und eigentlich wurde in diesem Moment schon beschlossen, dass wir auch 2018 mal hier her kommen. Ein wunderbares Fleckchen Erde.

Die Abende verbrachten wir auf dem Campingplatz. Neben der wunderbaren ruhigen Lage direkt an der Saalach besticht dieser vor allem durch seine wunderbaren, sauberen Waschräume, da können sich viele andere Plätze eine Scheibe abschneiden und einen unglaublich schönen Saunabereich im alten Bauernhaus. Von außen kaum als solches zu erkennen, ist es innen ein moderner, gemütlicher Wellnessbereich, der nur zu empfehlen ist.

Wir freuen uns auf jeden Fall sehr, hier nochmal unser Basecamp aufzuschlagen.

Die Sache mit dem Auto

Wir haben den letzten Samstag der Weihnachtsferien, 2018. Diesen verbringe ich seit sechs Jahren immer gleich, mit einem ausführlichen Frühstück und der Rückfahrt aus dem Urlaub im Ferienende-Heimreise-Chaos.

Vor jedem Urlaub steht das Packen und gleich im Anschluss der entsetzte Blick auf den Berg Gepäck und den Kofferraum. Inzwischen haben wir die Sache mit dem Packen ziemlich gut im Griff, wir nehmen kaum überflüssiges mit und die Koffer wurden aufs nötigste minimiert, und dennoch ist unser Kompaktvan, wie ihn der Hersteller so schön nennt, mehr kompakt als Van.

Die B-Klasse lebte schon vor mir in diesem Haushalt und abgesehen von vielen Pluspunkte ist sie mit Blick auf Stauraum und Dieselverbrauch eher B-Ware als -Klasse. Nach drei Skiurlauben beladen bis unters Dach und unter die Vordersitze und vorallem unserer Zelturlaubpremiere war der Entschluss da:

ein neues Auto muss her, ein Bus, am liebsten ein VW aber ein Hyundai würde es auch tun. Weniger verbrauchen sollte er, mehr Sitzplätze und Stauraum haben, nicht ganz hässlich sein, ein zuverlässiger Partner und vorallem bezahlbar. Und da liegt der Hase auch begraben, 30k€ für ein Auto, dass man „nur“ für Urlaub wirklich braucht sind ein bisschen übertrieben. Nun welche Alternativen gibt es?!

Weniger Gepäck? Noch weniger wird eng, und Ski, Skischuhe, Helme, Skianzüge & Co sind nun mal so groß wie sie sind. Auch zelten gehen wir schon nur in der Minimalversion.

Mehr Platz? Ohne anderes Auto, aber machbar. Ein Hänger kam nicht in Frage, also blieb die Gepäckbox als einzige Option bestehen.

Die BackSpace Boxen von Thule erschienen mir auf den ersten Blick ziemlich praktisch. Viel Stauraum, nichts muss aufs Dach gehoben werden, leicht zugänglich, wenig Windwiderstand. Was auf den erstwn Blick perfekt aussah stellte sich dann doch als die Zweite Wahl heraus. Wir bräuchten eine Anhängerkupplung, sollten wir noch einen Fahrradträger wollen, muss dieser aufs Dach und Räder aufs Dach wird kompliziert, bin ich ja fast so niedrig, wie das Auto hoch.

Also doch: Dachträger und die klassische Dachbox. Klar war, die Dachbox muss lange genug für Ski sein und vier Paar fassen. Ausführliche Recherchen zeigten schnell, das alles was mir gefallen würde, relativ teuer ist. So folgte eine ausführliche Kleinanzeigensuche und schnell war eine Thule Alpine 500 eingezogen, aus erster Hand, keine fünfmal benutzt inkl. Lieferung (mangels Dachträger zur Abholung) für 100€. Kurz vor Weihnachten ergatterten wir schnell noch einen Dachträger mit T-Nut für 65€. Ein neuer Box-Montagesatz kostete uns 16€ beim Autoteilegroßhändler.

Gänz so einfach gestaltete sich die Montage des Dachträgers dann jedoch nicht, weil uns der passende Schlüssel nicht mit ausgehändigt wurde beim Kauf, wir dies aber natürlich erst drei Tage vor dem Skiurlaub gemerkt haben. Letztlich konnte uns dann ein Feuerwehrkollege aushelfen und Dachträger sammt Box war in 30 Minuten aufs Dach gebastelt.

Ein- und ausladen der Skier im Urlaub gestaltete sich einfacher als gedacht, ist jedoch alleine etwas verzwickt, wenn man möchte, dass Autolack und Ski überleben. Das runterholen der Dachbox war in 30 Sekunden erledigt, um uns jedoch die nötige Flexibilität zu erhalten wohnt der Dachträger jetzt erstmal auf dem Auto.

186€, einige viele Nerven und etwas Zeit ärmer, aber 500l Stauraum reicher. Letztlich wäre ein neuer schöner großer toller Bus natürlich wunderbar grandios, aber betrachtet man Aufwand und Kosten war die Dachbox definitiv die vernünftigere Alternative. Wir sind damit zufrieden und unser erster Eindruck stimmt mit unseren Vorstellungen überein.