Wohin, mit all dem im Kopf

Eigentlich dachte ich, ich sei über das Bloggen hinweg. Manche Dinge Aber, muss man in die Welt brüllen und unser 2017 steht unter keinem guten Stern. Neben all den unvorhersehbaren Katastrophen der letzten Wochen, kam nun worauf wir seit zwei Jahren warten, der Großvater wird sterben. Nach vielen Monaten in denen wir uns auf das Jetzt vorbereiteten und auch darauf, was es heißt an Demenz zu sterben, hatten wir nicht im Ansatz Ahnung, was uns erwartet. Ich beginne am besten Sonntag Morgen, als das Küken total aufgeregt ins Schlafzimmer kommt, dass Oma angerufen hat, ich solle sie anrufen. Sofort! Eigentlich dachte ich mir schon, dass etwas mit den über 90 Jahre alten Großeltern war. Nach 14 Jahren im Gesundheitswesen, die letzten 5 Jahre auf einer Intensivstation ließen die Schilderungen meiner Mutter nur drei Schlüsse zu. Er beginnt zu sterben, er hatte einen Schlaganfall oder er hat wie bereits vor einem Jahr ein paar mal, einen Flüssigkeitsmangel. Nach kurzem Ringen nach meiner Professionalität und Vernunft war mir klar, dass ein Schlaganfall keine Konsequenz hätte in dem Alter, wir drittens mit einer Infusion ausschließen können und wir uns nun wohl doch mit dem sterben befassen müssen.

Ich habe in meinem beruflichen Leben Menschen tragisch, leidend, plötzlich, lange und elend, unerwartet und erlösend sterben sehen. In der nahen Familie allerdings noch niemanden und so muss ich mich jeden Tag aufs neue besinnen, und mir sagen, dass das was kommt nur für uns tragisch ist. Für meinen Großvater wird es eine große Erlösung. Für die Familie nur zum Teil. Und da liegt das Problem begraben!

Eigentlich sollte man meinen, dass sich Kinder die selbst teils schon an den 70 Jahren kratzen, sich mit der Thematik der Endlichkeit des Lebens und vorallem dem ihrer Eltern befassen – aber wie ich nun erfahren darf, ist dies nicht der Fall.
Es soll kein Blog übers Sterben sein, oder Krankheit, oder Familienkrisen, kleine Probleme und riesige Katastrophen – eigentlich sollte es ein Tagebuch übers Reisen sein, über Familie, Patchworkleben, Karriere, Hausbau, Schrebergarten – nun aber, wird es erstmal ein Blog über unsere aktuell größte Baustelle:
Zu erkennen, was wichtiger ist – Nicht sterben wollen oder nicht so leben wollen. Letztlich ist das aber nicht unsere Entscheidung!

 

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