Die Sache mit dem Urlaub

„Ihr seid auch nur noch im Urlaub“ diesen Satz hab ich in letzter Zeit ziemlich häufig gehört. Die Einen mit neiderfüllter Stimme, die Anderen voll Freude für uns. Aber warum ist Urlaub so wichtig für uns?!

Ich glaube es sind mehrere Punkte, es geht weniger um Urlaub, als um das raus in die Welt kommen. Urlaub war für mich lange lange Zeit ein Fremdwort. Ich kann die Urlaube mit meinen Eltern in meiner Kindheit an genau einer Hand abzählen. Nicht weil Sie sich keinen Urlaub leisten konnten, sondern vielmehr wegen der Landwirtschaft. Was für viele Menschen so idyllisch und romantisch scheint, ist in Wirklichkeit vor allem eins: Arbeitsreich!
Während die Kindergarten- und später Schulfreundinnen mit ihren Eltern ins Schwimmbad sind, Minigolfen oder Ski fahren waren, lag bei uns Kartoffeln graben, Heu heim fahren, Dreschen, Waldarbeit oder andere Arbeit an. Natürlich nicht nur, ich hatte eine unglaubliche erfüllte und spannende Kindheit. Ein mehrstöckiges Baumhaus am Waldrand, mehrere Lager am Fluss oder in Hecken, Schlauchboot fahren und Schwimmen im Fluss. Immer irgendwelche Tierkinder auf dem Hof, Ferkel, Kälber, Küken, Kitten. Im nachhinein bin ich unglaublich dankbar für all das. Auch dafür, dass wir aufgrund der Umstände zu viel Selbständigkeit erzogen wurden!

Als Kind sah ich das natürlich alles anders! Mein Vater war genau zweimal mit uns im Schwimmbad, als ich Seepferdchen machte und später als meine Schwester so weit war. Genauso beim Ski fahren, mit erfolgreichem Abschluss des ersten Skikurses. Ich kann mich an zwei Zooausflüge erinnern, einen Tag am See mit Bootfahren, zwei oder drei Ausflüge in ein Felsenlabyrinth und viele, viele, viele Spaziergänge zum Kontrollieren der Wälder, Pilzsammeln etc.

Die ersten zwei Urlaube, noch vor meinem dritten Geburtstag führten uns damals nach Jugoslawien. Die Kwarner Bucht war unser Ziel und unseren Urlaubsfotos zu folge waren es grandiose Urlaube mit viel Meer und Sonne und leckerem Essen. Später, als die Großeltern nur noch schwer die Landwirtschaft versorgen konnten, folgte ein Urlaub nahe Nordstrand, der in meiner Erinnerung vorallem von Regen oder der Bahnlinie hinter dem Garten des Ferienhauses geprägt war. Ein Jahr später, eine Woche auf Fehmarn ist geprägt von viel, viel Sonne und meinem ersten Lenkdrachen.
Am Ende der Grundschule folgte nochmal ein Wochenende in der Nähe von Eichstätt, während meine Eltern bis heute behaupten, dass die drei Tage Versteinerungen suchen auf meinem Mist gewachsen seien, bin ich von diesem Wochenende bis heute genervt.

Die Jahre zwischen Auszug und Geburt vom Küken verbrachte ich irgendwie vorallem mit Lernen Lernen Lernen, Geld verdienen und viel Ehrenamt. Als das Küken da war, war vorallem Geld knapp und so folgten die ersten Urlaube mit wenig bis keinem Budget. Stolz wie Oskar dem Küken meinen Bodensee zu zeigen, den ich bereits als Teenager mit einem Musikerkollegen immer wieder besuchte. Erst mit etwas Berufserfahrung und geregeltem Einkommen begann ich mit und ohne Küken durch die Welt zu reisen. 5***** Luxushotels, Zelten, Dienstreisen, Low budget, Rucksack, Ferienhaus, Wellness. Vier Kontinente. Städtereisen, Skiurlaube, Kreuzfahrten, Land und Leute, Arbeit.

Und inzwischen geht es gar nicht mehr um Urlaub und Erholen – vielmehr um raus aus dem Alltag. Ein bisschen Abenteuer, neues sehen. Und nach Skiurlaub und Bodensee geht es nun an die Planung für den Sommer:

20170423_193820

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s