Elba, die Zweite

Die Fähre öffnete ihr Tor, die Sonne blendet, aus dem dunklen Bauch verlassen wir als erste die Fähre. Flott, flott, flott einfach erstmal weg aus dem Zentrum von Portoferraio, immer den Schildern nach, Richtung Lacona. Über eine Passstraße kreuzen wir die Inselmitte gen Süden, jede Kehre eröffnet uns einen neuen großartigen Blick in die unzähligen Buchten der Insel. Umscheinbar, an einer ruhigen Straße finden wir den Hofladen unseres Agriturismo-Campingplatzes, und direkt daneben die Rezeption. Italienische Musik, gemütliche Plätze unter Weinreben und Luca, der freundlichen junge Staff lassen uns mit einem Schlag einfach ankommen. Luca zeigt uns auch den etwas unübersichtlichen Weg zu unserem großzügigen Stellplatz im Pinienhain. IMG_20170829_104735_770

20m zum nächsten Waschhaus, 10m zur Outdoordusche und dem Waschplatz direkt zwischen den Zelten und Wohnmobilen. Wunderbare Hängemattenbäume, Schatten und viel viel Ruhe, zumindest bis 18Uhr. Dann beginnt die Animation eines nahe gelegenen Hotels, wir haben es jeden Abend mit Humor genommen, konnten es ja auch nicht ändern.

Der Weg zum Strand ist ausgeschildert und geht unter Pinien an Kakteen vorbei, den Hügel hinab. 20170829_092642Einmal über die Straße ist man schon am Meer, sauber, warm und am Strand viele viele Italiener, die aus unserer Sicht,  meistens die angenehmeren Strandnachbarn sind. Es gibt Liegen und Sonnenschirme zu leihen, aber auch viel Platz für alle anderen. Es gibt zwei Kioske mit guter Auswahl zu relativ humanen Preisen. Über den Strand erreicht man auch den Campingplatz Tallinucci recht einfach, der ohne Bändchen geführt wird und somit auch für uns zum Einkaufen diente. Brot, allerdings muss unbedingt bei Orti di Mare gekauft  werden,  zwar alles andere als billig, aber das Weißbrot war das einzige welches genießbar war und das Haselnuss-Rosinen-Brot war das göttlichste was ich je aus eibem Backofen gegessen habe. Im Cafe/Restaurant am Platz kann man den ganzen Tag verbringen, von Frühstück, über kleine Snacks bis hin zu täglich wechselnden Abendessen, leckerem Wein und gutem Kaffee ist hier für jeden was dabei. Foto 04.09.17, 15 43 16Unter den Weinreben und Olivenbäumen kann man auch in Loungemöbeln und Hängematten die Urlaubsruhe genießen.
Zehn gemütliche Gehminuten entfernt findet sich noch ein Minimarkt und direkt daneben die Pizzeria Mondo, welche alle unsere Erwartungen erfüllte. Leckere Pizza mit dünnem Boden und frischen Zutaten, preislich waren wir positiv überrascht.

Egal welche Art Camping man bevorzugt, klein und familiär, groß mit Animation oder Agricamping, in der Bucht von Lacona findet man alles. Allein die Anbindung an den Nahverkehr ist ein wenig mau. Aber auch dies hinderte uns nicht, die einzig mögliche Verbindung zu nutzen und Portoferraio einen Tag mit dem Bus zu erkunden. Dazu jedoch dann mehr in Teil 3 unseres Urlaubberichts.

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Elba, die Erste

Urlaub, er geht so schnell vorüber und dieser noch schneller als alle andere zuvor. Ob es daran liegt, dass ich alt werde oder daran, dass Elba alle meine Erwartungen übertroffen hat, ich weiß es nicht.

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Traditionell beginnt der Südeuropa-Sommerurlaub damit, auf direktem Umweg erstmal in den Norden zu fahren, also zumindest in den Norden Bayerns, um in der Heimat die Kirchweih am Freitag zu besuchen und am Samstag zu helfen, bevor es am Sonntag Morgen dann endlich wirklich in den Süden geht. Natürlich sind es drei Tage verlorene Zeit im Süden, aber so eine Zeltkirchweih mit alten Bekannten, einer funktionierenden Dorfgemeinschaft und dem Jacky-Cola für 3€ hat ja für einen Städter auch etwas abenteuerliches. Außerdem hat das Aufbrechen am letzten August Sonntag auch den wunderbaren Vorteil, ohne LKWs und große Staus in den Süden zu kommen. Unsere Route brachte uns über die A9 nach Nürnberg, weiter über die A6 und A7 an den Bodensee, hier verließen wir die Autobahn um Österreich ohne Maut zu durchqueren und bei St. Margrethen auf die Schweizer Autobahn zu fahren. Nach dem San Bernardino-Tunnel, stockt uns erstmals der Atem. Über weite Brücken und lang gezogene Kehren überwinden wir 1000hm hinunter ins Misox. Weiter geht es in den Süden, am Luganersee überkommt uns das erste mal so richtiges Urlaubsgefühl. Glitzernd zwischen all den Bergen und weit über 30Grad. Wir überqueren den See über die Autobahn und fahren weiter gen Süden. Mailand umfahren wir, und sind erstaunt wie ruhig es am späten Sonntag Nachmittag im Speckgürtel auf den Autobahnen ist. 40km hinter Milano fahren wir in die Pampa, über eine Schotterpiste erreichen wir am Ende der Welt unseren Agriturismo-Betrieb zur Zwischenübernachtung. Nach acht Stunden im Wohnmobil und 800 Pinkelpausen freuten wir uns auf ein leckeres Essen im Restaurant, italienischen Wein und noch einen kurzen Sprung ins kalte Nass des Pools – aber der Betrieb hat zu! So richtig! Kein Restaurant, keine Gäste – aber immerhin eine Chefin die uns 5€ abknöpft für einen wunderbaren ruhige und beleuchteten Parkplatz mit unendlicher Ruhe. Die Lage entschädigt für alles und mit WoMo haben wir glücherweise alles dabei, inkl. Abendessen. Am nächsten Tag starten wir sehr früh die Weiterreise, nächstes Ziel das Einkaufszentrum zwei Orte weiter.

20170828_094226Mit Lebensmitteln und nun auch Unterwäsche (da meine wohl noch Kirchweih bei meinen Eltern feiert) weiter über die Autobahn, vorbei an wohl allen Drehorten sämtlicher Italowestern mit trostlosen Kulissen, weiter Richtung Fähre. Vorbei an Carrara und Pisa erblickten wir am Horizont Elba im Meer! Entgegen aller Empfehlungen von Internet, Reiseführern und Arbeitskollegen, hielten wir uns an den Ratschlag der Bergwachtkameraden und reservierten nicht. In Piombino direkt an der Zufahrt zu den Piers, rechter Hand gelegen, steuerten wir um 14:57Uhr den Parkplatz an, um entspannt ein Ticket zu kaufen, durch zu atmen, etwas zu Essen, zu trinken und in Ruhe auf eine Fähre zu fahren und endlich ans Ziel zu kommen. Letztlich endete es in Hektik, italienisch-deutsch-englischem Sprachchaos und einem Platz auf der Fähre die glücklichweise entgegen aller Erwartungen doch noch mit uns um 15:05Uhr den Hafen Richtung Elba verließ. Zum ersten Mal auf die Fähre mit dem Wohnmobil, Rückwärts und das eine Minute vor Abfahrt – mehr Abenteuer hat es dann aber nicht mehr gebraucht für diesen Urlaub…

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Wir entschieden uns für Corsica Ferries, was aber eher daran lag, dass die Verkäuferin am Ticketschalter am lautesten rief und freundlichsten schaute. Das Fährpersonal half beim rangieren auf die Fähre und hinwärts durften das Küken und ich auch sitzen bleiben und mussten nicht zu Fuß auf die Fähre, was aber wohl eher an der knapp bemessenen Zeit lag. Die Überfahrt war ruhig, flott, sonnig, windig und bot uns einen wunderbaren Blick auf Elba. In Elba angekommen fuhren wir über eine Passstraße auf direktem Wege zu unserem Campingplatz. An den wir ziemlich viele Anforderungen gestellt hatten, die Suche sich zunächst etwas schwierig gestaltete, aber letztlich zu einem glücklichen Ende kam, mit dem Platz Orti di Mare, der all unsere Ansprüchen gerecht wurde! Über den Campingplatz, Sandstrand, dem neu entdeckten Schnorcheln und vieles Mehr berichte ich im nächsten Teil des Urlaubsberichts. Jetzt müssen wir erstmal unser neu erstandenes Zelt aufbauen!