Die Sache mit dem Wohnmobil

Bis vor 18 Monaten gab es für mich ja bei Urlaub eigentlich nur ein NoGo: Campen!
Als Abenteuertrip für ein Wochenende mit dem Zelt auf eine Elbinsel, ins Gebirge oder als Unterkunft für ein Event, alles schön und gut. Aber im Urlaub gibt’s Erholung, ein Hotel, mindestens Halbpension wenn nicht All In und ein gemachtes Bett, jeden Tag! Die Sauna und das Schwimmbad sollten eigentlich nicht fehlen und da die Ökobilanz nach zig Kreuzfahrten eh im Eimer ist, ist ein Schiff sowieso die beste Art zu reisen!
Und dann, dann kam dieses Wohnmobil in die Familie. Von Schwiegereltern als Lebenstraum gekauft für die gesamte Familie stand es nun da. Leuchtend weiß, zu groß um klein zu sein, zu klein um auch nur im Ansatz sich einen erholsamen Urlaub darin vorstellen zu können. Aber es war da. Die Euphorie der restlichen Familie, auch der besseren Hälfte, färbte sicher nicht ab, aber jetzt, da ein Wettkampf an der Zugspitze vor der Tür stand und das Wetter nun wirklich nicht nach Zelt aussah, fuhren wir eben los. Voll gepackt bis oben hin, landeten wir dann doch bei Sonnenschein am Fuße der Zugspitze und mit frisch gekochtem Kaffee im Liegestuhl war das Wohnmobil dann doch ganz nett. Und spätestens beim einsetzenden sintflutartigen Regen am Abend, einer funktionierenden Heizung und dem Fernseher am Bett war die Begeisterung dann auch bei mir nicht klein. Wir beschlossen also, wir tun es dem Rest der Familie gleich, halten die Tradition hoch, tun es wie tausende andere Deutsche auch und fahren in den Ferien nach Cavallino. Der Platz war schön, der Strand sauber, das Meer warm, Venedig nicht weit – gut, ich hab mich überzeugen lassen, Camping kann toll sein! Es folgten weitere Trips und am Bodensee kamen das erste mal leise Zweifel. Mit dem Wohnmobil vom Platz runter, in die nächste Ortschaft oder Stadt geht schon, aber ist mit viel Aufwand verbunden, vorallem weil das Nachwuchs-Bett ja jedesmal umgebaut werden muss. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt nur Platz für zwei Räder am Wohnmobil und so haben wir bei doofer Nahverkehrsanbindung viel zu Fuß erledigt, was im Urlaub auch schön sein kann. 

Aber nach einem Tag Shoppen und Museum sind die 2km zum Campingplatz auch für das Küken eine echte Herausforderung, dies haben wir aber vor dem diesjährigen Sommerurlaub mit einem neuen Fahrradträger behoben. Allerdings war das diesjährige Ziel Elba, geprägt von Hügeln und Bergen wäre das für uns Erwachsene, geübte Radsportler keine Sache, für Kinder aber eine echte Herausforderung und schnell an dem Punkt der völligen Eskalation. Und wieder waren wir an dem Punkt, zwar mit dem Wohnen in der Natur, viel draußen zu sein und ohne den großen Luxus total glücklich zu sein, aber eben mit Wohnmobil trotzdem nicht frei genug zu sein.

Wir überlegten hin und her. Ein Wohnwagen wäre vielleicht sinniger, mit PKW wäre die Flexibilität da, aber die Plätze die wir bisher anfuhren (abgesehen von Ca’Savio) waren mit Wohnmobil schon oft eng, machten uns aber total glücklich. Außerdem wären wir viel langsamer und damit länger unterwegs, ich bewundere viele Kollegen, die mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 60-70kmh nach Kroatien bummeln, mich würde es verrückt machen. Wir bräuchten neben dem Wohnmobil, auch eine Anhängerkupplung und mit den neuen Führerscheinen wäre das auch schon wieder so eine Sache. Also haben wir nun für viele sicher einen Schritt zurück , für uns aber, zumindest glauben wir dies aktuell noch, einen Schritt in die richtige Richtung gemacht und uns ein Familienzelt gekauft. Wir haben zwar kein Bad mehr, das haben wir aber eh noch nie genutzt, aber insgesamt mehr Fläche als im Wohnmobil. Zwei Schlafkabinen, da kann dann der Teenie auch mal die „Tür“ zu machen, oder wir…
Und wir reisen mit dem Auto flott und sind vor Ort flexibel. Außer für 30 Minuten im Garten stand das Zelt noch nicht, jetzt geht es ans Equipment recherchieren, kaufen und passend Packen.

Im Oktober oder spätestens November geht es dann hoffentlich nochmal ein langes Wochenende in den Süden und dann schauen wir mal, ob uns diese Art des Campings noch glücklicher stimmt.

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Ein Gedanke zu “Die Sache mit dem Wohnmobil

  1. Pingback: Hallo Kroatien! | Frau Mittenmang

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