Hallo Kroatien!

März! Und wir haben uns auf ein Ziel für den Sommerurlaub einigen können. Wollte das Küken ans Meer zum surfen und der Mann ans Meer in die Sonne, wollte ich eigentich am liebsten auf die Kanalinseln oder an die Jurassic Coast in Südengland.
Da aber keine Partei sich von einem der anderen Ziele überzeugen lies, warf ich Opatja in den Raum. Als kleine Stadt zwischen Meer und Bergen in der Kvarner Bucht gelegen und von der Architektur der Donaumonarchie geprägt. 1988 und 1989 verbrachte ich hier wunderschöne Urlaube mit der ganzen Familie, Eltern, Tanten, Onkels und Cousins. Nicht, dass ich mich erinnern könnte aber den Fotos zu folge müssen es tolle Wochen gewesen sein. Und jetzt, 30 Jahre und einen Krieg später wäre es schon spannend zu sehen, was von den Urlaubsbildern übrig blieb.

Wir begaben uns also auf die Suche nach einem schönen Fleckchen Erde für unseren Urlaub. Dieses Jahr wollen wir mit Zelt reisen, wieso und weshalb hatte ich ja an anderer Stelle bereits erläutert. Opatija selbst ist offensichtlich kein Camping-Mekka, die Kvarner Bucht Richtung Süden jedoch umso mehr. Allerdings möchten wir aus unterschiedlichsten Gründen auf keine der Inseln und die Campingplätze dort gibt es offensichtlich nur in Größe „Großstadt“, allerdings ist dies wohl nicht nur dort so, sondern auch in Istrien, wohin wir unsere Suche, auch aufgrund der kulturellen Möglichkeiten verlegten. Als selbst das Küken mit ihren 10 Jahren Zweifel äußerte, ob man sich mit so vielen Menschen auf einem Platz überhaupt „in Ruhe“ erholen könnte, verabschiedete ich mich innerlich schon vom Urlaub mit Kindheitserinnerungen.
Ich opferte unendliche Zeit in Suchmaschinen, nichts zu finden. Als letzte Chance auf einen netten Platz für unser Zelt reiste ich mit Google-Maps die Küste entlang, und da stieß er mir ins Auge. Noch nirgends etwas über diesen Platz gefunden, keine Homepage aber eine Facebook-Seite mit guten Bewertungen und er hat alles was wir wollen. Nämlich quasi nichts!

Er liegt 100m vom Meer, hat lediglich 30 Stellplätze, einen kleinen Kiosk und einen famosen Blick auf den Sonnenuntergang. Waschräume, Strom und Wasser und mehr nicht. Keine Wasserlandschaft, kein Restaurant, keinen Strand, keine peinlichen Armbändchen für „Member“, keine Sauna, keine Minigolfanlage, keine Animation. Einfach nur Urlaub! Nach einem sehr freundlichen Kontakt mit den Besitzern Natasa und Zoran haben wir nun hier reserviert: Val Vidal
Wir sind unglaublich gespannt und voller Vorfreude. Die Packliste wächst, die Einkaufsliste wird länger und die Vorfreude ist jetzt schon fast nicht mehr auszuhalten:
Hallo Kroatien!

Werbeanzeigen

Warum ein Segelschein auch im Binnenland sinnvoll sein kann

„Wir fahren um sieben los“, dieser Satz tönt fast an jedem Urlaubsvorabend durch unser Haus und um kurz nach acht Uhr am nächsten Morgen, wenn die Türen des Autos zufallen und der Motor läuft, lachen wir herzlich darüber!

Das Auto ist diesmal unglaublich aufgeräumt für einen Skiurlaub, die Dachbox hat sich schon gelohnt noch bevor wir überhaupt los gefahren sind. Wir starten bei grauem Himmel in Richtung Berge und mit jedem Kilometer wird der Himmel düsterer, der Regen mehr, der Wind stärker und die Verkehrsnachrichten gruseliger. Pünktlich zum Skiurlaub hat Burglinde, der hoch sympathische Januar-Orkan das Land erreicht. Bereits bei Nürnberg geht der Blick eigentlich ununterbrochen gen Dachbox und die Frage ob wir wohl mit Box und Ski in Südbayern ankommen ist allgegenwärtig. Hinter Ingolstadt beginnt der Wahnsinn, und unser knapp 2 Tonnen Schiff weht es von einer Spur auf die andere und zurück. Wie man inzwischen nun sagen kann, auch Autofahren kann Muskelkater zur Folge haben. In den Handgelenken. Die Fahrt war ein Abenteuer, auf einer deutschen Autobahn sich fühlen, als säße man in einer Nussschale in der Magellanstraße mit all ihrem komplizierten Wetter.

Nachdem nun auch die ersten Bergbahnen den Betrieb einstellten, war schnell klar, dass sich die frühe Abfahrt zu Gunsten eines Anreisetags auf Skiern, auch nicht rentiert hat. Aber bei all dem Wind und Regen hätten wir hier definitiv weniger Spass gehabt, als bei unserem absolut spannenden Besuch des „Haus der Berge“, wie das Nationalparkzentrum Berchtesgaden heißt. Die Ausstellung zur „Vertikalen Wildnis“ der Alpen war spannend und durch die narrative Ausstellungsarchitektur für Kinder, wie Erwachsene zu gleich sehr kurzweilig.

Im Hotel, alias Feuerwehrerholungsheim Bayerisch Gmain, erwartete uns am späten Nachmittag schon das Schwimmbad und die Sauna, welche auch die folgenden Skitage zu einem entspannten Ausklang brachte. Und es wartete bereits eine Familie die wir hier vor einem Jahr bereits kennen gelernt hatten auf uns. In der Sauna trafen wir zufällig noch ein Pärchen vom letzten Jahr und so waren auch die amüsenten Abende an der Bar wieder gesichert.

Für den Pistenspaß haben wir uns, wie bereits die letzten beiden Male wieder das Skigebiet in Lofer ausgesucht. In 20 Minuten Entfernung erwartet hier gerade Familie ein perfektes Areal, viele blaue Pisten, übersichtlich trotz über 30 Pistenkilometer und bezahlbare Skipässe und Hütten. Wir bevorzugen hier seit dem letzten Urlaub die Kechtalm, unterhalb des Schwarzeck, etwas am Rande des Skigebiets hat man hier ein unglaubliches Panorama auf die umliegende Bergwelt, freundlichen Service und gute Qualität zu ordentlichen Preisen.

Da wir dieses Jahr nur drei Nächte gebucht hatten, ging der Urlaub wieder viel zu schnell zu Ende. Da wir aber im Herbst bereits den Campingplatz Grubhof bei Lofer für uns entdeckt haben und die Gemeinde ein kostenloses Skibusnetz hat, werden wir sicherlich wieder hier her kommen und dann auch mal mutig, die Sache mit dem Wintercamping ausprobieren.

Kannten wir vor einem Jahr dieses Fleckchen Erde zwischen Lofer und Bayerisch Gmain so überhaupt nicht, fühlt sich Urlaub hier inzwischen an, wie nach Hause kommen.

Elba, die Vierte oder Elba, für alle die keinen Bock auf Blog-Lesen haben

Anreise über San Bernardino unglaublich hübsch, Österreich kann man die Mautstrecke hübsch umfahren und für eine Zwischenübernachtung können wir den Agriturismo-Betrieb Torrazzetti, bei Mailand, empfehlen.

Fähre sollte man wohl in der Hauptreisezeit buchen, vorallem am Wochenende. An einem Montag Nachmittag Ende August waren wir mutig, und wurden belohnt. Zum einen mit günstigem Preis, zum anderen mit keinerlei Wartezeit zur Abreise.

Campingplätze gibt es auf Elba viele und in unterschiedlichster Form. Groß mit viel Service, klein und familiär, am Meer und in den Bergen. Hier findet sicherlich jeder seinen Platz.

Das Meer ist Ende August warm und lädt zum Baden ein. Lacona und sein Sandstrand ist auch für Familien mit kleinen Kindern ein gutes Ziel. Zum Schnorcheln jedoch eignen sich die Steinstrände und vielen kleinen Buchten besser.

Fahrräder sieht man viele auf der Insel, jedoch eignen sie sich nur für trainierte Radfahrer als gutes Fortbewegungsmittel.

Öffentlichen Nahverkehr gibt es, aber nur begrenzt und die im Internet verfügbaren Infos stimmten nicht ganz mit dem Überein, was wir dann auf Elbe herausfanden. Jedoch war es gut machbar und wirkte auch recht zuverlässig.

Portoferraio ist einen Tagesausflug wert und bietet trotz seiner recht kleinen Größe recht viel!

Restaurants gibt es viele, ans Herz legen möchten wir euch das Restaurant an unserem Camping Platz *Orti di Mare* hier wird aus lokalen Zutaten feinstes Essen gezaubert. Und das Eis ist göttlich.

Wir waren im Sommer hier, aber auch zu jeder anderen Jahreszeit hat Elba sicherlich seinen Reiz. Wäre der Skiurlaub nicht schon gebucht würden wir dieses Jahr vielleicht sogar zu Silvester nochmal flüchten.

Die Heimfahrt führte uns an den Kalterer See wo wir einen tollen Abend mit schönem modernen Stellplatz verbrachten. Der Besitzer war sehr herzlich und das Essen am See ein Traum. Der Stau auf dem restlichen Weg war sehr unnötig.

Die Sache mit dem Wohnmobil

Bis vor 18 Monaten gab es für mich ja bei Urlaub eigentlich nur ein NoGo: Campen!
Als Abenteuertrip für ein Wochenende mit dem Zelt auf eine Elbinsel, ins Gebirge oder als Unterkunft für ein Event, alles schön und gut. Aber im Urlaub gibt’s Erholung, ein Hotel, mindestens Halbpension wenn nicht All In und ein gemachtes Bett, jeden Tag! Die Sauna und das Schwimmbad sollten eigentlich nicht fehlen und da die Ökobilanz nach zig Kreuzfahrten eh im Eimer ist, ist ein Schiff sowieso die beste Art zu reisen!
Und dann, dann kam dieses Wohnmobil in die Familie. Von Schwiegereltern als Lebenstraum gekauft für die gesamte Familie stand es nun da. Leuchtend weiß, zu groß um klein zu sein, zu klein um auch nur im Ansatz sich einen erholsamen Urlaub darin vorstellen zu können. Aber es war da. Die Euphorie der restlichen Familie, auch der besseren Hälfte, färbte sicher nicht ab, aber jetzt, da ein Wettkampf an der Zugspitze vor der Tür stand und das Wetter nun wirklich nicht nach Zelt aussah, fuhren wir eben los. Voll gepackt bis oben hin, landeten wir dann doch bei Sonnenschein am Fuße der Zugspitze und mit frisch gekochtem Kaffee im Liegestuhl war das Wohnmobil dann doch ganz nett. Und spätestens beim einsetzenden sintflutartigen Regen am Abend, einer funktionierenden Heizung und dem Fernseher am Bett war die Begeisterung dann auch bei mir nicht klein. Wir beschlossen also, wir tun es dem Rest der Familie gleich, halten die Tradition hoch, tun es wie tausende andere Deutsche auch und fahren in den Ferien nach Cavallino. Der Platz war schön, der Strand sauber, das Meer warm, Venedig nicht weit – gut, ich hab mich überzeugen lassen, Camping kann toll sein! Es folgten weitere Trips und am Bodensee kamen das erste mal leise Zweifel. Mit dem Wohnmobil vom Platz runter, in die nächste Ortschaft oder Stadt geht schon, aber ist mit viel Aufwand verbunden, vorallem weil das Nachwuchs-Bett ja jedesmal umgebaut werden muss. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt nur Platz für zwei Räder am Wohnmobil und so haben wir bei doofer Nahverkehrsanbindung viel zu Fuß erledigt, was im Urlaub auch schön sein kann. 

Aber nach einem Tag Shoppen und Museum sind die 2km zum Campingplatz auch für das Küken eine echte Herausforderung, dies haben wir aber vor dem diesjährigen Sommerurlaub mit einem neuen Fahrradträger behoben. Allerdings war das diesjährige Ziel Elba, geprägt von Hügeln und Bergen wäre das für uns Erwachsene, geübte Radsportler keine Sache, für Kinder aber eine echte Herausforderung und schnell an dem Punkt der völligen Eskalation. Und wieder waren wir an dem Punkt, zwar mit dem Wohnen in der Natur, viel draußen zu sein und ohne den großen Luxus total glücklich zu sein, aber eben mit Wohnmobil trotzdem nicht frei genug zu sein.

Wir überlegten hin und her. Ein Wohnwagen wäre vielleicht sinniger, mit PKW wäre die Flexibilität da, aber die Plätze die wir bisher anfuhren (abgesehen von Ca’Savio) waren mit Wohnmobil schon oft eng, machten uns aber total glücklich. Außerdem wären wir viel langsamer und damit länger unterwegs, ich bewundere viele Kollegen, die mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 60-70kmh nach Kroatien bummeln, mich würde es verrückt machen. Wir bräuchten neben dem Wohnmobil, auch eine Anhängerkupplung und mit den neuen Führerscheinen wäre das auch schon wieder so eine Sache. Also haben wir nun für viele sicher einen Schritt zurück , für uns aber, zumindest glauben wir dies aktuell noch, einen Schritt in die richtige Richtung gemacht und uns ein Familienzelt gekauft. Wir haben zwar kein Bad mehr, das haben wir aber eh noch nie genutzt, aber insgesamt mehr Fläche als im Wohnmobil. Zwei Schlafkabinen, da kann dann der Teenie auch mal die „Tür“ zu machen, oder wir…
Und wir reisen mit dem Auto flott und sind vor Ort flexibel. Außer für 30 Minuten im Garten stand das Zelt noch nicht, jetzt geht es ans Equipment recherchieren, kaufen und passend Packen.

Im Oktober oder spätestens November geht es dann hoffentlich nochmal ein langes Wochenende in den Süden und dann schauen wir mal, ob uns diese Art des Campings noch glücklicher stimmt.

Elba, die Erste

Urlaub, er geht so schnell vorüber und dieser noch schneller als alle andere zuvor. Ob es daran liegt, dass ich alt werde oder daran, dass Elba alle meine Erwartungen übertroffen hat, ich weiß es nicht.

20170903_120052

Traditionell beginnt der Südeuropa-Sommerurlaub damit, auf direktem Umweg erstmal in den Norden zu fahren, also zumindest in den Norden Bayerns, um in der Heimat die Kirchweih am Freitag zu besuchen und am Samstag zu helfen, bevor es am Sonntag Morgen dann endlich wirklich in den Süden geht. Natürlich sind es drei Tage verlorene Zeit im Süden, aber so eine Zeltkirchweih mit alten Bekannten, einer funktionierenden Dorfgemeinschaft und dem Jacky-Cola für 3€ hat ja für einen Städter auch etwas abenteuerliches. Außerdem hat das Aufbrechen am letzten August Sonntag auch den wunderbaren Vorteil, ohne LKWs und große Staus in den Süden zu kommen. Unsere Route brachte uns über die A9 nach Nürnberg, weiter über die A6 und A7 an den Bodensee, hier verließen wir die Autobahn um Österreich ohne Maut zu durchqueren und bei St. Margrethen auf die Schweizer Autobahn zu fahren. Nach dem San Bernardino-Tunnel, stockt uns erstmals der Atem. Über weite Brücken und lang gezogene Kehren überwinden wir 1000hm hinunter ins Misox. Weiter geht es in den Süden, am Luganersee überkommt uns das erste mal so richtiges Urlaubsgefühl. Glitzernd zwischen all den Bergen und weit über 30Grad. Wir überqueren den See über die Autobahn und fahren weiter gen Süden. Mailand umfahren wir, und sind erstaunt wie ruhig es am späten Sonntag Nachmittag im Speckgürtel auf den Autobahnen ist. 40km hinter Milano fahren wir in die Pampa, über eine Schotterpiste erreichen wir am Ende der Welt unseren Agriturismo-Betrieb zur Zwischenübernachtung. Nach acht Stunden im Wohnmobil und 800 Pinkelpausen freuten wir uns auf ein leckeres Essen im Restaurant, italienischen Wein und noch einen kurzen Sprung ins kalte Nass des Pools – aber der Betrieb hat zu! So richtig! Kein Restaurant, keine Gäste – aber immerhin eine Chefin die uns 5€ abknöpft für einen wunderbaren ruhige und beleuchteten Parkplatz mit unendlicher Ruhe. Die Lage entschädigt für alles und mit WoMo haben wir glücherweise alles dabei, inkl. Abendessen. Am nächsten Tag starten wir sehr früh die Weiterreise, nächstes Ziel das Einkaufszentrum zwei Orte weiter.

20170828_094226Mit Lebensmitteln und nun auch Unterwäsche (da meine wohl noch Kirchweih bei meinen Eltern feiert) weiter über die Autobahn, vorbei an wohl allen Drehorten sämtlicher Italowestern mit trostlosen Kulissen, weiter Richtung Fähre. Vorbei an Carrara und Pisa erblickten wir am Horizont Elba im Meer! Entgegen aller Empfehlungen von Internet, Reiseführern und Arbeitskollegen, hielten wir uns an den Ratschlag der Bergwachtkameraden und reservierten nicht. In Piombino direkt an der Zufahrt zu den Piers, rechter Hand gelegen, steuerten wir um 14:57Uhr den Parkplatz an, um entspannt ein Ticket zu kaufen, durch zu atmen, etwas zu Essen, zu trinken und in Ruhe auf eine Fähre zu fahren und endlich ans Ziel zu kommen. Letztlich endete es in Hektik, italienisch-deutsch-englischem Sprachchaos und einem Platz auf der Fähre die glücklichweise entgegen aller Erwartungen doch noch mit uns um 15:05Uhr den Hafen Richtung Elba verließ. Zum ersten Mal auf die Fähre mit dem Wohnmobil, Rückwärts und das eine Minute vor Abfahrt – mehr Abenteuer hat es dann aber nicht mehr gebraucht für diesen Urlaub…

Foto 29.08.17, 20 45 43
Wir entschieden uns für Corsica Ferries, was aber eher daran lag, dass die Verkäuferin am Ticketschalter am lautesten rief und freundlichsten schaute. Das Fährpersonal half beim rangieren auf die Fähre und hinwärts durften das Küken und ich auch sitzen bleiben und mussten nicht zu Fuß auf die Fähre, was aber wohl eher an der knapp bemessenen Zeit lag. Die Überfahrt war ruhig, flott, sonnig, windig und bot uns einen wunderbaren Blick auf Elba. In Elba angekommen fuhren wir über eine Passstraße auf direktem Wege zu unserem Campingplatz. An den wir ziemlich viele Anforderungen gestellt hatten, die Suche sich zunächst etwas schwierig gestaltete, aber letztlich zu einem glücklichen Ende kam, mit dem Platz Orti di Mare, der all unsere Ansprüchen gerecht wurde! Über den Campingplatz, Sandstrand, dem neu entdeckten Schnorcheln und vieles Mehr berichte ich im nächsten Teil des Urlaubsberichts. Jetzt müssen wir erstmal unser neu erstandenes Zelt aufbauen!

 

Ostern am Meer

Naja fast. Also an meinem Ersatzmeer, dort wo sich das wohlige Gefühl von Heimat einstellt, am Bodensee.

Eigentlich wollten wir ursprünglich nur einen Tag das kurende Küken im Schwarzwald besuchen. Aber Dank dem Wohnmobil verbanden wir es mit einem langen Wochenende am See. Denn wer hätte es gedacht, nach einem Jahr hab ich mich mit dem neuen „Familienmitglied“ angefreundet und muss zugeben, dass Camping erholsamer ist als ursprünglich mal gedacht.

So starteten wir bereits am Donnerstag, pünktlich um drei, um dem Osterwochenendeverkehrschaos aus dem Weg zu gehen. Und was soll ich sagen, der Plan ging auf. Pünktlich um 19 Uhr erreichten wir unseren Campingplatz. Schnell den Grill angeschmissen und dann einen wunderschönen Sonnenuntergang am See erlebt.

Der Campingplatz „Gohren am See“ gehört mit über 1000 Stellplätzen sicherlich zu den Großen am Bodensee. Die Waschräume waren stets sauber, teils alt, teils nigelnagelneu. Neben vielen Dauerstellplätzen haben wir uns einen relativ kleinen Stellplatz direkt am Seeufer erjagt. Die Auswahl des Supermarkts am Platz konnten wir am Karfreitag direkt testen, als wir spontan beschlossen ob des tollen Wetters am Abend nochmal zu grillen. Das hatten wir uns nach einer Radtour nach Lindau auch redlich verdient.

Lindau selbst ist einfach traumhaft, besonders bei so schönem Wetter. Nach einem ausführlichen Spaziergang über die Insel besuchten wir spontan die Ausstellung mit Werken von Paul Klee, die noch bis zum Sommer zu bewundern und sehr zu empfehlen ist. Im Anschluss ließen wir uns direkt am Hafenbecken vom Lindauer Hof kulinarisch verwöhnen. Nach dem Essen sollst du Ruhen oder einen Leuchtturm erklimmen, zumindest bietet sich dies hier an. Und wer schon mal dort war, wird mir zustimmen, es lohnt sich Zeit mitzubringen und die Wandbeschriftungen alle brav zu lesen. Die Aussicht vom „Gipfel“ ist traumhaft und spätestens jetzt verliebt man sich in den See!

Am Samstag war nach einer längeren Autofahrt dann Titisee-Neustadt unser Ziel, bevor wir durch den Ort bummelten und lecker Kuchen aßen verbrachten wir drei Stunden im GALAXY des Badeparadieses. Nicht ganz billig, aber wunderbar lustig, spannend und vor allem laut! Mit vielen Rutschen, ich hab sie nicht gezählt, aber mehr als zehn definitiv und einem Wellenbad steht vor allem Spass an erster Stelle. Ein Ruhebereich lädt zum entspannen ein.
Am Abend zurück am See zeigte sich dann nach all dem Sonnenschein das Wetter von seiner nassesten Seite und so regnete es bis zur Abreise am Montag dann durch. Dennoch genossen wir auch den Sonntag in Friedrichshafen. Für das Zeppelin Museum muss man auch beim vierten Besuch immer noch viel viel Zeit mitbringen. Neben der großen Ausstellung über Zeppeline gibt es zwei große Bereiche mit Wechselaustellungen. Zum Thema „Streamline – Faszination des geringen Widerstands“ wurde im technischen Bereich ausgestellt, den wir nur kurz und relativ oberflächlich besuchten. Im Kunstbereich befassten wir uns ausführlich mit 400 Werken von Otto Dix. Wer das Museum mit allem was es zu sehen gibt voll nutzen will muss hier wenigestens fünf Stunden einplanen, für Kinder geht es auch etwas zügiger, aber mit grandioser Museumspädagogik! Also egal für wen, ein Besuch ist sehr empfehlenswert.

Leider ging dieses Wochenende viel zu schnell vorbei und zu Hause wartete zur allgemeinen Freude Schnee. Viel Schnee. Nun wird es aber Dank vollem Terminkalender bis Juni dauern, bis das Wohnmobil mit uns wieder auf Reisen darf.

Wohin, mit all dem im Kopf

Eigentlich dachte ich, ich sei über das Bloggen hinweg. Manche Dinge Aber, muss man in die Welt brüllen und unser 2017 steht unter keinem guten Stern. Neben all den unvorhersehbaren Katastrophen der letzten Wochen, kam nun worauf wir seit zwei Jahren warten, der Großvater wird sterben. Nach vielen Monaten in denen wir uns auf das Jetzt vorbereiteten und auch darauf, was es heißt an Demenz zu sterben, hatten wir nicht im Ansatz Ahnung, was uns erwartet. Ich beginne am besten Sonntag Morgen, als das Küken total aufgeregt ins Schlafzimmer kommt, dass Oma angerufen hat, ich solle sie anrufen. Sofort! Eigentlich dachte ich mir schon, dass etwas mit den über 90 Jahre alten Großeltern war. Nach 14 Jahren im Gesundheitswesen, die letzten 5 Jahre auf einer Intensivstation ließen die Schilderungen meiner Mutter nur drei Schlüsse zu. Er beginnt zu sterben, er hatte einen Schlaganfall oder er hat wie bereits vor einem Jahr ein paar mal, einen Flüssigkeitsmangel. Nach kurzem Ringen nach meiner Professionalität und Vernunft war mir klar, dass ein Schlaganfall keine Konsequenz hätte in dem Alter, wir drittens mit einer Infusion ausschließen können und wir uns nun wohl doch mit dem sterben befassen müssen.

Ich habe in meinem beruflichen Leben Menschen tragisch, leidend, plötzlich, lange und elend, unerwartet und erlösend sterben sehen. In der nahen Familie allerdings noch niemanden und so muss ich mich jeden Tag aufs neue besinnen, und mir sagen, dass das was kommt nur für uns tragisch ist. Für meinen Großvater wird es eine große Erlösung. Für die Familie nur zum Teil. Und da liegt das Problem begraben!

Eigentlich sollte man meinen, dass sich Kinder die selbst teils schon an den 70 Jahren kratzen, sich mit der Thematik der Endlichkeit des Lebens und vorallem dem ihrer Eltern befassen – aber wie ich nun erfahren darf, ist dies nicht der Fall.
Es soll kein Blog übers Sterben sein, oder Krankheit, oder Familienkrisen, kleine Probleme und riesige Katastrophen – eigentlich sollte es ein Tagebuch übers Reisen sein, über Familie, Patchworkleben, Karriere, Hausbau, Schrebergarten – nun aber, wird es erstmal ein Blog über unsere aktuell größte Baustelle:
Zu erkennen, was wichtiger ist – Nicht sterben wollen oder nicht so leben wollen. Letztlich ist das aber nicht unsere Entscheidung!