Die Sache mit dem Auto

Wir haben den letzten Samstag der Weihnachtsferien, 2018. Diesen verbringe ich seit sechs Jahren immer gleich, mit einem ausführlichen Frühstück und der Rückfahrt aus dem Urlaub im Ferienende-Heimreise-Chaos.

Vor jedem Urlaub steht das Packen und gleich im Anschluss der entsetzte Blick auf den Berg Gepäck und den Kofferraum. Inzwischen haben wir die Sache mit dem Packen ziemlich gut im Griff, wir nehmen kaum überflüssiges mit und die Koffer wurden aufs nötigste minimiert, und dennoch ist unser Kompaktvan, wie ihn der Hersteller so schön nennt, mehr kompakt als Van.

Die B-Klasse lebte schon vor mir in diesem Haushalt und abgesehen von vielen Pluspunkte ist sie mit Blick auf Stauraum und Dieselverbrauch eher B-Ware als -Klasse. Nach drei Skiurlauben beladen bis unters Dach und unter die Vordersitze und vorallem unserer Zelturlaubpremiere war der Entschluss da:

ein neues Auto muss her, ein Bus, am liebsten ein VW aber ein Hyundai würde es auch tun. Weniger verbrauchen sollte er, mehr Sitzplätze und Stauraum haben, nicht ganz hässlich sein, ein zuverlässiger Partner und vorallem bezahlbar. Und da liegt der Hase auch begraben, 30k€ für ein Auto, dass man „nur“ für Urlaub wirklich braucht sind ein bisschen übertrieben. Nun welche Alternativen gibt es?!

Weniger Gepäck? Noch weniger wird eng, und Ski, Skischuhe, Helme, Skianzüge & Co sind nun mal so groß wie sie sind. Auch zelten gehen wir schon nur in der Minimalversion.

Mehr Platz? Ohne anderes Auto, aber machbar. Ein Hänger kam nicht in Frage, also blieb die Gepäckbox als einzige Option bestehen.

Die BackSpace Boxen von Thule erschienen mir auf den ersten Blick ziemlich praktisch. Viel Stauraum, nichts muss aufs Dach gehoben werden, leicht zugänglich, wenig Windwiderstand. Was auf den erstwn Blick perfekt aussah stellte sich dann doch als die Zweite Wahl heraus. Wir bräuchten eine Anhängerkupplung, sollten wir noch einen Fahrradträger wollen, muss dieser aufs Dach und Räder aufs Dach wird kompliziert, bin ich ja fast so niedrig, wie das Auto hoch.

Also doch: Dachträger und die klassische Dachbox. Klar war, die Dachbox muss lange genug für Ski sein und vier Paar fassen. Ausführliche Recherchen zeigten schnell, das alles was mir gefallen würde, relativ teuer ist. So folgte eine ausführliche Kleinanzeigensuche und schnell war eine Thule Alpine 500 eingezogen, aus erster Hand, keine fünfmal benutzt inkl. Lieferung (mangels Dachträger zur Abholung) für 100€. Kurz vor Weihnachten ergatterten wir schnell noch einen Dachträger mit T-Nut für 65€. Ein neuer Box-Montagesatz kostete uns 16€ beim Autoteilegroßhändler.

Gänz so einfach gestaltete sich die Montage des Dachträgers dann jedoch nicht, weil uns der passende Schlüssel nicht mit ausgehändigt wurde beim Kauf, wir dies aber natürlich erst drei Tage vor dem Skiurlaub gemerkt haben. Letztlich konnte uns dann ein Feuerwehrkollege aushelfen und Dachträger sammt Box war in 30 Minuten aufs Dach gebastelt.

Ein- und ausladen der Skier im Urlaub gestaltete sich einfacher als gedacht, ist jedoch alleine etwas verzwickt, wenn man möchte, dass Autolack und Ski überleben. Das runterholen der Dachbox war in 30 Sekunden erledigt, um uns jedoch die nötige Flexibilität zu erhalten wohnt der Dachträger jetzt erstmal auf dem Auto.

186€, einige viele Nerven und etwas Zeit ärmer, aber 500l Stauraum reicher. Letztlich wäre ein neuer schöner großer toller Bus natürlich wunderbar grandios, aber betrachtet man Aufwand und Kosten war die Dachbox definitiv die vernünftigere Alternative. Wir sind damit zufrieden und unser erster Eindruck stimmt mit unseren Vorstellungen überein.

 

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2 Gedanken zu “Die Sache mit dem Auto

  1. Kleiner Erfahrungswert von jemandem, der inzwischen auch Minibus fährt: so viel Diesel kann die B-Klasse im Alltag gar nicht saufen, dass ein Bus irgendwie sparsamer sein könnte. Hier bitte nicht den Katalogwerten der Hersteller auf den Leim gehen. 😉

    So ein Bus bringt schon leer um die zwei Tonnen auf die Waage und steht wie eine Schrankwand im Wind. Will man dann womöglich auch noch zügig vorankommen, werden die Verbrauchswerte im Handumdrehen zweistellig. Mein Bus soll laut Hersteller mit weniger als 6 Litern Diesel auskommen – ich vermute, dass das 6 Liter Wasser für 6 Leute meint, die das Ding schieben. Völlig abwegig, in der Praxis nicht mal ansatzweise erreichbar. Halbwegs zurückhaltend bewegt (Autobahn mit Tempomat 130) liege ich eher bei 9 Litern.

    Davon abgesehen möchte ich den Bus nicht mehr missen, gar keine Frage. Den Verbrauch muss man dafür als Kehrseite einfach akzeptieren, da lässt sich die Physik einfach nicht austricksen.

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    • Hallo Jens,
      vielen Dank für den Kommentar. Letztlich hat denke ich jedes Auto seine Vor- und Nachteile, da uns aber an 330 Tagen im Jahr auch die B-Klasse genügt, muss der Bus eben warten. Die kann aber auch ihre 8-9 Liter verbrauchen, erst recht mit Winterreifen.

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